Warum wir mehr Vernetzung zwischen dem sozialen und digitalen Sektor brauchen

Veröffentlicht am: 12.05.2017 | Geschrieben von: Anne-Sophie Pahl, Tobias Oertel

Das Motto der diesjährigen re:publica #LoveOutLoud stieß auf viel Zustimmung und Begeisterung. Die Veranstaltung wollte damit einen Impuls für digitale Zivilcourage und „positives Nach-vorne-Denken“ befördern. Unser Fazit: Digitalzeug und soziales Engagement passen gut zusammen!

© Sebastian Schütz

In der vergangenen Woche besuchten wir mit unserem Team die größte Internetkonferenz Europas: die re:publica in Berlin. Unter dem besonderen Motto #LoveOutLoud wollte die Veranstaltung einen Impuls für digitale Zivilcourage setzen. Viele der Vorträge widmeten sich dem Umgang mit Hate Speech und Fake News. In ihrer Keynote zu Beginn der Konferenz unterstrich Carolin Emcke die Notwendigkeit von Engagement und Aufmerksamkeit für Marginalisierte. Der Wunsch nach mehr Engagement zog sich durch fast all unsere Gespräche. Egal ob Online Marketing Expertin, UX/UI-Designer oder Digitalberaterinnen: sie alle möchten sich einbringen und engagieren. Die Frage ist: Wo wird ihre Unterstützung am dringendsten benötigt? 

In einer eigenen Session am Mittwoch mit dem Titel „I want to change world, but I'm only good at Photoshop“ gingen wir der Frage nach, welche Bedingungen es heute für ehrenamtliches Engagement braucht. Dabei und während der drei Tage auf der re:publica kamen wir mit zahlreichen Menschen ins Gespräch, die sich gern engagieren wollen. Wir sind der Meinung, dass genau die Fähigkeiten, die auf einer Konferenz wie der re:publica versammelt sind, dringend im sozialen Sektor benötigt werden.

Bleibt nur die Frage: Warum hapert es dann so häufig genau bei digitalen Themen im sozialen Sektor? Wie können wir die Kreativ- und Webszene besser mit genau den Initiativen vernetzen, die (teilweise schon seit Jahrzehnten) die Fragen bearbeiten, die durch den erneuten Rechtsruck in der Gesellschaft wieder in die Öffentlichkeit gerückt sind? 

Digitalisierung – was heißt das eigentlich genau und wo fangen wir am besten an?

Uns ist klar, dass die Digitalisierung unsere Gesellschaft und damit auch den sozialen Sektor verändert. Doch was heißt Digitalisierung überhaupt für eine soziale Organisation? Ein Facebook-Profil oder die Nutzung von Hashtags zeigen nämlich nur einen winzigen Ausschnitt ihres Potenzials, denn Digitalisierung ist viel mehr als Kommunikation im digitalen Raum.

Digitalisierung ist als ein gesellschaftlicher Prozess zu verstehen, der gerade erst richtig beginnt. Es lohnt sich also, sich ernsthaft mit ihren Möglichkeiten und Chancen für soziale Initiativen auseinanderzusetzen, auch wenn das Internet vielleicht „keine Lösung für alles“ ist. Neben dem Erreichen neuer Zielgruppen und neuer Austauschmöglichkeiten stecken viele Potenziale in der Verschlankung und Demokratisierung interner Prozesse.

Um eine langfristige digitale Perspektive für die eigene Organisation zu schaffen, ist es notwendig, digitale Kompetenzen und notwendiges Wissen in die eigene Organisation zu holen. Neben Panels und Workshops, die nicht selten einen defizitären Blick auf den Sektor werfen, sind hier Expertinnen und Experten aus genau diesen Bereichen gefragt, die beraten, befähigen und gemeinsam wirkungsvolle (und manchmal pragmatische) Lösungen entwickeln.

Unsere Community und wir wollen dabei gern behilflich sein und eine Schnittstelle zwischen Digital- und Sozialsektor bilden, die den Zugang zu ebenjenen motivierten re:publica-Besucherinnen und Besuchern ermöglicht. Und weil wir dazu Eure Meinung hören wollen, freuen wir uns auf das openTransfer CAMP #Digitalisierung am 22. Juni 2017, auf dem wir gern tiefer in das Thema mit Euch einsteigen wollen.

 

Ein Beitrag geteilt von Gernot Poetsch (@gernot) am

Schön wars, re:publica!

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